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Das erste Lebewesen, dass auf Ihnen herumkrabbelt, wenn Sie sich an einen Baum anlehnen, wird wahrscheinlich eine Ameise sein. Sie sind die vorherrschensten Lebewesen überhaupt. Von ihnen gibt es weltweit etwa 10000 Billionen. Obwohl sie nur 1 bis 5 Milligramm wiegen, entspricht ihr Gewicht in etwa dem aller Menschen.
Ihre Aufgabe besteht darin, für viele Pflanzen die Verbreitung zu übernehmen. Sie bewegen mehr Erde als Regenwürmer und bringen enorme Mengen Nährstoffe in den Umlauf.

Sie gehen Symbiosen mit verschiedensten Pflanzenarten ein uns schuetzen sie vor Schädlingen und erhalten als Gegenleistung von den Pflanzen Unterschlupf und Nahrung. Insekten wie z.B. einige Blattläuse gehen mit ihnen eine so enge Bindung ein, dass die eine Art ohne die jeweils andere aussterben würde.

Versuche haben gezeigt, dass ihr Gedächnis Muster einige Tage lang speichern kann. Sie prägen sich den eigenen Nest-Geruch ein und sind in der Lage, Freund von Feind zu unterscheiden.

Überwiegend kommunizieren Ameisen über ein komplexes System von chemischen Botenstoffen. Wie ausgeprägt ihre geruchsbasierte Orientierung ist, wird klar, wenn ein Ameise stirbt. Eine tote Ameise wird solange von Ihren Nestgenossinnen als lebend klassifiziert und somit ignoriert, bis ihr typischer Nestgeruch durch den Geruch von Ölsäure uberdeckt wird. Erst dann wird sie von einer Arbeiterin in die Zangen genommen und aus dem Nest befördert und auf einem Abfallhaufen abgelegt. Wird eine lebende Ameise künstlich mit Ölsäure beträufelt und ins Nest zurückgelegt, wird sie unverzüglich von ihren Nestgenossen als tot eingestuft und aus dem Nest getragen. Dort angelangt, putzt sie sich und versucht wieder zurueckzukehren, wobei sie abermals zurueckgetragen wird, wenn ihr Geruch nicht akzeptiert wird.

Die Leistungen ihres motorischen, visuellen und chemosensitiven Systems sind weitgehend unerforscht. Könnte man das Gehirn einer Ameise im Detail verstehen - das Aussehen unser Welt würde sich dramatisch ändern.

Ameisen sind nützlich und schützenswert!

(Literatur: Ameisen - Die Entdeckung einer faszinierenden Welt, Bert Hölldobler, Edward O.Wilson)